Schwerpunktthema 2021 bis 2023

Zur Sozialen Marktwirtschaft - Warum wir über unsere Wirtschaftsordnung reden müssen

"Zur Sozialen Marktwirtschaft - Warum wir über unsere Wirtschaftsordnung reden müssen" ist das übergreifende Schwerpunktthema des Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer für die Jahre 2021 bis 2023 - und damit Orientierung und Leitlinie für die inhaltliche Ausrichtung unserer Arbeit. Der Impulstext wurde auf der virtuellen Rüstzeit der Sprecher, Mitglieder der Leitungskreise und Theologischen Berater der regionalen Arbeitsgruppen des AEU gemeinsam mit dem Vorstand am 27. März 2021 vorgestellt und nach Aufnahme von Anregungen aus der Diskussion im April 2021 veröffentlicht.

 

Hinführung

Die Frage nach der Gestaltung der Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung aus christlicher Perspektive beschäftigt den Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer von Anfang an. In der Diskussion über die Grundlagen der Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung im (wieder)vereinigten Deutschland hatte der Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer im Jahr 1990 in einer Orientierungshilfe deutlich gemacht: "Die Soziale Marktwirtschaft stellt den Menschen in den Mittelpunkt. Sie garantiert dem einzelnen ein hohes Maß an Entscheidungsfreiheit in bezug auf Beruf, Wohnort und Konsum. In welcher Weise von dieser Freiheit Gebrauch gemacht wird, überläßt der Markt der subjektiven und damit ethischen Verantwortung des einzelnen." Durch die Erosion der ordnungspolitischen Leitideen unserer - ursprünglich freiheitlich orientierten - Wirtschaftsordnung wächst die Skepsis gegenüber "dem Markt" ebenso wie das Gefühl einer sozialen Ungerechtigkeit.

 

Zum Impulstext

Der Impulstext für das Schwerpunktthema 2021 bis 2023 "Zur Sozialen Marktwirtschaft - Warum wir über unsere Wirtschaftsordnung reden müssen" lädt dazu ein, sich mit den Grundfragen der Sozialen Marktwirtschaft, insbesondere mit den Anforderungen an eine zukunftsfähige Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung unter den Bedingungen der Digitalisierung, der Globalisierung und der ökologischen Frage, auseinanderzusetzen und dabei die protestantischen Wurzeln sowie die ordnungspolitischen Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft in den Blick zu nehmen. Orientierung hierzu bietet uns die Denkschrift des Freiburger Bonhoeffer-Kreises sowie die Einsicht Wilhelm Röpkes: "Das Maß der Wirtschaft ist der Mensch. Das Maß des Menschen ist sein Verhältnis zu Gott."

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Veranstaltungen zum Schwerpunktthema

Der Impulstext des Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer versteht sich nicht als ein abgeschlossener Text im Sinne eines Manifests. Vielmehr will der Impuls zur Auseinandersetzung und ethischen Reflexion mit den vielfältigen Aspekten und Fragen einer zukunftsfähigen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung anregen. Auf der Grundlage des Dreiklangs "sehen - urteilen - handeln" lädt der Impuls dazu ein, Lebenssachverhalte zu beschreiben, relevante Fragen zu formulieren und durch die inhaltliche Auseinandersetzung eine fundierte Haltung zu den aufgeworfenen Fragen zu entwickeln. Seit der Veröffentlichung im April 2021 wurden diesem Diskursprojekt bislang folgende regionale und überregionale Veranstaltungen gewidmet:

  • 17. Juni 2021: Video-Gespräch der regionalen Arbeitsgruppe des AEU in der Metropolregion Rhein-Neckar-Pfalz
    Zukunft der Sozialen Marktwirtschaft: ein der Gemeinschaft gerecht werdendes Wirtschafts- und Sozialsystem muß sich an Wettbewerb, Transparenz und Bildung, an Verantwortung, Ethik und Fairness, an Rechtssicherheit und Nachhaltigkeit orientieren.
    mit AEU-Mitglied Joachim Lutz, Dekan der Fakultät für Betriebswirtschaft der Universität Mannheim, von 2006 bis 2015 CFO und bis Juli 2020 CEO der CropEnergies AG in Mannheim.
     
  • 7. Juni 2021: virtuelles Mittagstreffen der regionalen Arbeitsgruppe des AEU in Köln-Bonn-Leverkusen
    Auswirkungen von Milieuveränderungen und des Wertewandels auf Prinzipien und Akzeptanz der Sozialen Marktwirtschaft
    Gesprächsimpuls von AEU-Mitglied Dr. Hans-Peter Klös, Geschäftsführer und Leiter Wissenschaft des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln.
     
  • 5. Mai 2021: virtuelles Mittagstreffen der regionalen Arbeitsgruppe des AEU in Köln-Bonn-Leverkusen
    Einführung in den Impulstext "Zur Sozialen Marktwirtschaft"
    von Professor Dr. Paul Melot de Beauregard, Stv. Vorsitzender des Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer in Deutschland und Partner bei Jones Day in Düsseldorf.
     
  • 28. April 2021: Online-Gespräch der regionalen Arbeitsgruppe des AEU in München/Bayern
    Der deutsche Entwurf eines Lieferkettengesetzes und die parlamentarischen Ansätze in der EU
    mit Dr. iur. habil. Ferdinand Kirchhof, ordentlicher Professor a. D., Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts a. D.

 

Zielsetzung des Diskursprojektes

Das auf drei Jahre angelegte Diskursprojekt "Zur Sozialen Marktwirtschaft - Warum wir über unsere Wirtschaftsordnung reden müssen" soll die folgenden drei sich komplementär ergänzenden Ziele unterstützen:

  • Für die Mitglieder will der Impuls im Sinne einer Handreichung aktuelle und diskussionsbedürftige Fragen aufwerfen und damit eine Orientierungshilfe zur eigenen Meinungsbildung bzw. Positionierung bieten.
  • Im Diskurs mit der Evangelischen Kirche, ihren Einrichtungen und Werken wollen wir insbesondere die theologischen Aspekte des Schwerpunktthemas ausloten und diskutieren.
  • Für unseren Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer entfaltet dieser Impuls ein neues Schwerpunktthema. Die sich aus der Auseinandersetzung mit dem Thema ergebenden Fragen bieten das Potential,

→ die (bisherigen) Mitglieder durch lebendige Diskurse für ein aktives Mittun zu motivieren und zu mobilisieren,

→ weitere evangelische Führungskräfte, Unternehmerinnen und Unternehmer zu Diskussionen über Fragen einer zukunftsfähigen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung einzuladen sowie als neue Mitglieder für unseren Arbeitskreis zu gewinnen,

→ in kirchlichen Meinungsbildungsprozessen zu konkreten Themen prägend mitzuwirken

und somit die inhaltliche und organisatorische Entwicklung unseres Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer insgesamt zu fördern.