Schwerpunktthema 2018 bis 2020

 

 

 

 

 


 Die digitale Revolution gestalten - eine evangelische Perspektive ist das neue übergreifende Schwerpunktthema des Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer für die Jahre 2018 bis 2020 - und damit Orientierung und Leitlinie für die inhaltliche Ausrichtung unserer Arbeit.

Als Anstoß und Grundlage für einen breiten Diskurs über die sich aus der digitalen Revolution ergebenden Fragen in evangelischer Perspektive hat der Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer im Januar 2018 den Impulstext "Die digitale Revolution gestalten - eine evangelische Perspektive" veröffentlicht und eine begleitende Internetseite eingerichtet. Dieser Impuls versteht sich nicht als ein abgeschlossener Text im Sinne eines Manifests, sondern soll im Lichte der dynamischen Veränderungen und neuer Erkenntnisse fortgeschrieben werden (können). Der Impuls will zur Auseinandersetzung und ethischen Reflexion mit den vielfältigen Aspekten der digitalen Revolution anregen. Auf der Grundlage des Dreiklangs "sehen - urteilen - handeln" lädt der Impuls dazu ein, Lebenssachverhalte zu beschreiben und relevante Fragen zu formulieren und durch die inhaltliche Auseinandersetzung eine fundierte Haltung zum (Veränderungs-)Prozeß der Digitalisierung zu entwickeln.

Zusammenfassung: Die digitale Revolution gestalten - eine evangelische Perspektive

Die mit der Digitalisierung einhergehenden Veränderungsprozesse sind von radikaler - oft als "disruptiv" bezeichneter - Gestalt und werden unser gesamtes gesellschaftliches Miteinander in bisher ungekanntem Maße revolutionieren. Diese umfassenden Veränderungsprozesse verpflichten uns als unternehmerisch tätige evangelische Christen zur Gestaltung.

  • Globalität: Die Digitalisierung ist ein globaler Prozess, der von unterschiedlichen Kulturen und Religionen ethisch bestimmt wird. Die mit der Digitalisierung einhergehende zunehmende Geschwindigkeit von Prozessen kann zu regionalen Verwerfungen in Gesellschaften und Kulturen führen. Der zu führende globale Diskurs bedarf deshalb eines entschiedenen Eintretens für eine vom christlichen Menschenbild geprägte digitale Ethik.

  • Künstliche Intelligenz: Die Digitalisierung sollte nicht ohne ihre logische Konsequenz, die Künstliche Intelligenz, betrachtet werden. Gerade sie wirft weitgreifende ethische Fragen auf, beispielsweise zur Rolle des Menschen als autonomes Wesen oder als handelndes und sozial interagierendes Subjekt.

  • Individualität: Digitalisierung gibt Individuen die Möglichkeit, ihre individuellen Präferenzen zu artikulieren, und Unternehmen die Möglichkeit, aufgrund dieser Präferenzen Angebote individualisiert zu formen. – Dies gilt auch für die Kirche.

  • Netzwerke statt Hierarchien: Die Digitalisierung verändert lineare und hierarchische Strukturen zugunsten von Netzwerken, was zu einer steigenden Komplexität beiträgt.

  • Wettbewerbsverzerrung verhindern: Die digitale Revolution wirft grundlegende ordnungspolitische Fragestellungen auf.

  • Bildung: Die Digitalisierung und ihre Geschwindigkeit zwingt Unternehmen und Individuen zu permanenter Bildung und lebenslangem Lernen, um die dynamische Veränderung gestalten zu können.

  • Gestaltung und Bewahrung: Das Christentum ist auf Gestaltung und Bewahrung ausgerichtet und erlaubt dem zur Freiheit berufenen Christen mit Zuversicht und in Verantwortung vor Gott an diesem Änderungsprozess teilzuhaben.

  • Fragen an Theologie und Kirche: Insbesondere die durch die Digitalisierung aufgeworfenen ethischen Fragen bedürfen einer theologischen Diskussion und Antworten durch die Kirche.

Deshalb ist ein umfassender, ethisch fundierter gesellschaftlicher Diskurs notwendig. Der Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer fordert die Evangelische Kirche auf, sich mit der Energie, die sie für die Kommunikation des 500. Reformationsjubiläums in der Reformationsdekade aufgebracht hat, der aktiven Gestaltung der digitalen Revolution zu widmen.

Zielsetzung des Diskursprojektes

Das auf drei Jahre angelegte Diskursprojekt "Die digitale Revolution gestalten - eine evangelische Perspektive" soll die folgenden drei sich komplementär ergänzenden Ziele unterstützen:

  • Für die Mitglieder will der Impuls im Sinne einer Handreichung eine Information über den alle gesellschaftlichen Bereiche umfassenden (Veränderungs-)Prozeß der Digitalisierung sowie eine Orientierungshilfe zur eigenen Meinungsbildung bzw. Positionierung bieten.
  • Gegenüber der Evangelischen Kirche, ihren Einrichtungen und Werken wollen wir deutlich machen, daß die bereits heute absehbaren Auswirkungen der digitalen Revolution auf alle gesellschaftlichen Bereiche (einschließlich Theologie, Ethik und Kirche) eine theologisch fundierte, breite Auseinandersetzung der Kirche erfordert.
  • Für unseren Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer entfaltet dieser Impuls ein neues Schwerpunktthema. Die sich aus der Auseinandersetzung mit dem Thema ergebenden Fragen bieten das Potential,

→ die (bisherigen) Mitglieder durch lebendige Diskurse für ein aktives Mittun zu motivieren und zu mobilisieren,

→ weitere evangelische Führungskräfte, Unternehmerinnen und Unternehmer zu Diskussionen über ethische Aspekte der digitalen Transformation einzuladen sowie als neue Mitglieder für unseren Arbeitskreis zu gewinnen,

→ in kirchlichen Meinungsbildungsprozessen zu konkreten Themen prägend mitzuwirken

und somit die inhaltliche und organisatorische Entwicklung unseres Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer insgesamt zu fördern.